Hallo, ich bin’s wieder, Ihre Dr. Liv Kraemer, Dermatologin aus Zürich. Es wird kalt draußen. Sie folgen den neusten Fashion Trends und tragen große Schals und Mützen – und Sie bemerken es sofort: Ihr Hautbild verschlechtert sich, sie bekommen trockene, schuppige Haut oder Winterakne. Vielleicht möchten Sie Ihrer Haut Feuchtigkeit spenden. Aber reicht eine leichte Creme da aus, oder sollte es nicht doch eine fettreiche Creme sein? Dürfen Sie die aber überhaupt verwenden, wenn überall die Pusteln sprießen?  Ich verrate Ihnen die Antwort – und alle meine Tipps und Tricks, um mit heiler Haut durch den Winter zu kommen! (Übrigens: Schauen Sie sich gern auch mein Video zum Thema „Akne im Winter“ an, das ich kürzlich im Hotel in London während einer Konferenz gedreht habe.)


Trockene Haut und Akne im Winter – Probleme mit der Hautbarriere

Sie bekommen Akne nur im Winter? Bei Kälte verlassen Sie Ihr Haus nicht ohne Schal und Mütze? Dann ist es gar kein Wunder, wenn Sie Pickel und gerötete Haut um Ihr Kinn und im Decolleté bekommen. Falscher Umgang mit Winterkleidung ist eine wichtige Ursache, warum viele Menschen Akne immer im Winter bekommen. Aber nicht nur das, auch der Wechsel zwischen Feuchtigkeit und Wärme auf Ihrer Haut kann zu einem schlechten Hautbild führen. Und zu guter Letzt verwenden Sie vielleicht die falschen Cremes, um Ihre Haut zu schützen. All das kann zu verschiedenen Problemen mit Ihrer Haut im Winter führen. Lassen Sie mich Ihnen erklären, was da genau passiert!

Was verursacht trockene Haut im Winter?

Was ist eigentlich trockene Haut genau? Das ist ganz leicht erklärt. Stellen Sie sich Ihre Hautoberfläche wie eine Backsteinwand vor. Von außen ist diese Wand gut isoliert und die Fugen sind mit Mörtel abgedichtet, so dass kein Wasser eindringt. Jedoch kann die Witterung die Fugen bröckeln lassen, die Mauer wird undicht. Genauso ist es auch mit Ihrer Haut. Eine gesunde Haut ist gut versiegelt, doch im Winter kann diese „Mauer“, Ihre Hautbarriere, beschädigt werden, Wasser kann entweichen. Dann beginnt Ihre Haut zu jucken und wird trocken.

Die Temperaturunterschiede zwischen kaltem Wetter draußen und trockener Heizungsluft in den Räumen führen zu zusätzlicher Hautirritation. Durch die Kälte draußen wird ein Signal an Haut gesendet: „Talgproduktion steigern!“ Gehen wir anschließend wieder in einen beheizten Raum, kommt das gegenteilige Signal. Die Talgproduktion wird sofort zurückgefahren. So weiß die Haut nicht mehr, welcher Umgebung sie sich anpassen soll. Sie ist, ganz buchstäblich, irritiert.

Wie kommt es zu Akne im Winter?

Durch diese Probleme mit der Hautbarriere dringen nun auch Bakterien viel leichter in die Haut ein. Wenn Sie Schals tragen, schaffen Sie eine wahre Party-Location für Bakterien. Sie bleiben nämlich auf dem Stoff haften und vermehren sich dort ganz wunderbar. Und: Hand aufs Herz – wie oft fassen Sie den Schal mit ungewaschenen Händen an? Und wie oft waschen Sie ihn? Uh-huh, ganz genau!

Was also passiert hier im Detail?

Zunächst einmal reizt der Stoff Ihre durch die Witterung irritierte Haut zusätzlich. Doch es kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Die Bakterien können so schneller in die Haut eindringen, wenn die Hautbarriere bereits geschädigt ist. Schnell stellen sich dann Rötungen der Haut und Juckreiz ein. Wenn Sie sich dann noch in den weichen Schal kuscheln, reiben Sie die Bakterien direkt in die Haut ein!

Manche meiner Patienten bekommen im Winter sogar mehr Pickel an Hals, Decolleté oder Nacken sogar Akne am Rücken, nicht nur Akne im Gesicht und am Kinn. Natürlich gibt es für Akne mehr als nur eine Ursache, und was dem einen Patienten gut hilft, wirkt bei einem anderen vielleicht nicht. Dennoch sollten Sie die folgenden Tipps unbedingt ausprobieren, wenn Sie zu Akne im Winter neigen.

Dies sind sind die grundlegendsten Mittel gegen Akne, die man unbedingt „ausschöpfen“ sollte, bevor man aufwändigere Akne-Behandlung in Erwägung zieht.

Wie kann ich Akne im Winter vorbeugen?

Also, wie nun Winter-Akne behandeln? Und vor allem: Wie Akne im Winter von vornherein verhindern? Um weitere Hautprobleme zu vermeiden, sollten Sie besonders… ja, genau: auf Ihre Kleidung achten! Bei Akne ist es ganz wichtig, auf die richtigen Materialien und den richtigen Umgang mit Ihrer Kleidung zu achten – gerade im Winter. Schal und Mütze brauchen einfach ganz viel Aufmerksamkeit, um Ihre Haut vor Akne zu schützen.

Zunächst einmal sollten Sie einen Schal aus 100% Baumwolle tragen, den Sie auch problemlos bei 60° C waschen können. Zudem ist Baumwolle besonders hautverträglich. (Cashmere-Schals sind natürlich auch großartig, müssen allerdings in die Reinigung.) Wenn Sie auch an Pickeln am Rücken oder im Dekolleté leiden, wählen Sie auch Shirts grundsätzlich nur als Baumwolle.

Die Haut schwitzt in synthetischen Stoffen bedeutend mehr. Mit abgestorbenen Hautpartikeln und der Hitze schaffen Sie in Synthetikkleidung ein ideales Ambiente für Bakterien, die Gefahr von Pickeln steigt also. Aber es gibt noch mehr Tipps gegen Akne und trockene Haut, die Sie ausprobieren sollten!

So sollte der Schal die Haut möglichst nicht berühren. Klingt schwierig, ich weiß – aber versuchen Sie einfach, ihn nicht zu eng um den Hals zu legen und etwas Luft an die Haut zu lassen. Wenn Sie den Schal dann regelmäßig waschen oder reinigen lassen, werden auch die Bakterien regelmäßig abgetötet, und das Risiko für Akne sinkt.

Zudem: Versuchen Sie auch, Ihr Gesicht nicht mit ungewaschenen Händen zu berühren. Das ist nicht so einfach, weil wir das meistens unbewusst tun. Versuchen Sie einfach, Ihre Achtsamkeit dafür zu steigern und zu häufiges Berühren zu vermeiden. Und natürlich sollten Sie Ihre Hände regelmäßig waschen.

Schließlich sollten Sie für eine gute Pflege Ihrer Haut sorgen. Aber nutzen Sie keine zu fettigen Cremes, wenn Sie an Akne leiden. Vor allem bitte benutzen sie auf keinen Fall Gesichts-Öle. Das schadet mehr als es nützt! Was uns zum nächsten Thema bringt…

Akne im Winter: empfohlene Hautpflege

Wenn Sie zu Akne neigen, sollte Ihre „Standandcreme“ ohnehin sehr leicht sein, da fette Cremes die Haut nur oberflächlich verschließen. Bakterien fühlen sich unter diesem „Cremezelt“ pudelwohl, wachsen und gedeihen. In der Folge blühen Pickel und Pusteln auf, genau das also, was Sie am wenigsten wollen!

Verwenden Sie immer Sonnencreme! Auch im Winter – denn die Sonne scheint immer! Wenn Sie an Vitamin D-Mangel leiden, halten Sie Ihr Handgelenk für fünf Minuten in die Sonne. Warum sollten Sie Ihr Gesicht ohne Schutz der Sonne aussetzen – und Falten, Pigmentflecken und Rötungen riskieren?

Also: Geben Sie gut acht auf Ihre Haut, und schonen Sie sie!

Trockene Haut und Akne: Ernährungstipps

Eine gesunde Ernährung ist immer ein Plus, das wissen wir alle. Und ja, auch für Ihre Haut kann gesundes Essen wahre Wunder wirken. Unterstützt Ihre Ernährung schon ein großartiges Hautbild? Hier sind die „Superfoods“, die regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen sollten, um Ihre Hautgesundheit zu unterstützen.

Trockene Haut – diese Lebensmittel fördern eine gesunde Haut

Fisch! Die Omega-3-Fettsäuren helfen Ihnen bei trockener Haut und schützen die Funktionsfähigkeit Ihrer Hautbarriere – und sind natürlich auch ansonsten großartig für Ihre Gesundheit! Für die Veganer unter meinen Lesern: Mikroalgen sind ebenfalls eine prima Omega-3-Quelle.

Nüsse beinhalten viel Q10, das gut für eine straffe Haut ist. Nüsse auf dem Ernährungsplan sind also ebenfalls ein wichtiger Baustein eines gesunden Hautbildes. Weitere kleine Helfer: Leinsamenöl (reich an ungesättigten Fettsäuren) und Gamma-Linolensäure, die unter anderem in Johannisbeeröl enthalten ist. Sie möchten noch mehr über trockene Haut erfahren? Lesen Sie hier meinen Blogpost zu trockener Haut!

Akne – welche Lebensmittel können helfen?

Der Verzehr von gesunden Lebensmitteln ist ein wichtiger erster Schritt, wenn Sie Winter-Akne den Kampf ansagen wollen. Versuchen Sie zum Beispiel, Produkte mit hohem Zink-Gehalt zu essen. Fleisch, Spinat, sogar Porridge sind leckere Lebensmittel, die Ihrer Haut geben, was sie braucht.

Auch Vitamin C ist wichtig. Warum Vitamin C? Ganz einfach: Vitamin C ist nicht nur ein wichtiges Antioxidans, es hilft auch bei der Collagen-Produktion und ist also ebenfalls hilfreich für straffe Haut.

Essen mit hohem Selen-Gehalt hilft Ihrer Haut bei oxidativem Stress. Aus diesem Grund gehören Nüsse und Fisch regelmäßig auf Ihren Speiseplan, denn sie enthalten viel Selen. Darüber hinaus schmecken sie auch noch super!

Reduzieren Sie Stress!

Für viele Leute ist der Winter eine Zeit, in der sie sich müde und kraftlos fühlen. Die Dunkelheit der Jahreszeit raubt ihnen jede Energie. So dass bei der Kälte Sie ohnehin nicht so wirklich Lust haben, draußen spazierenzugehen. Aber lassen Sie es sich gesagt sein: Es ist so wichtig, an die frische Luft zu gehen! Genießen Sie einen Spaziergang im Park, in den Bergen, im Wald. Das fördert die Durchblutung, und eine gute Durchblutung erhält den Körper jung und voller Spannkraft.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Hat sie nicht gerade gesagt, der Wechsel in den Temperaturen sei schlecht für meine Haut?

Ist es also nicht besser, einfach drinnen auf dem Sofa bleiben? Nein, nein, so einfach ist das nicht – und Ihre Haut ist keine Entschuldigung dafür, faul zu werden!

Dank der Blutzirkulation werden Abfallprodukte und freie Radikale von gesunden Zellen abgeführt. Darum werden Sie eine deutliche Verbesserung Ihres Hautbildes sehen, wenn Sie beim Spazierengehen regelmäßig einige Atemzüge frischer Winterluft atmen. Also einfach meinen Ratschlägen zum Schutz Ihrer Haut folgen und raus an die frische Luft! Aber: niemals ohne Sonnencreme! Keinen Tag! Immer dran denken: Nie ohne Sonnencreme aus dem Haus, wenn Sie Falten, Rötungen und Pigmentflecken vermeiden wollen!

Ach ja auch wenn Sie drinnen bleiben. Die UV-A Strahlung der Sonne kommt auch durch das Fenster.

Schauen Sie sich auch hier mein Video an, um zu erfahren, wie Sie Sonnencreme richtig auftragen.

In der Übersicht: Meine 7 besten Tipps gegen trockene Haut und Akne im Winter

Hier einmal in der Kurzzusammenfassung meine wichtigsten Tipps gegen Winter-Akne – teilen Sie sie mit all Ihren Freunden:

  1. Baumwolle ist am besten, wenn Sie Akne vermeiden wollen – tragen Sie nur Schals und andere Kleidung aus 100% natürlicher Baumwolle.
  2. Lassen Sie Luft an Ihre Haut, wickeln Sie den Schal nicht zu eng um den Hals.
  3. Bakterien sammeln sich in Schals und Mützen. Deshalb waschen Sie sie also regelmäßig.
  4. Unsere Hände kommen mit Unmengen Bakterien in Berührung. Aus diesem Grund versuchen Sie also, Ihre Haut nicht mit ungewaschenen Händen zu berühren.
  5. Essen Sie bewusst, um Pickeln und trockener Haut vorzubeugen: Probieren Sie Fisch, Spinat, Nüsse, Fleisch…
  6. Verwenden Sie keine fettigen Cremes, wenn Sie an Winterakne und Pickeln leiden.
  7. Lassen Sie sich nicht stressen!

 

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